Ein zu wenig angriffslustiger Räbi verpasst den Sieg

Ein gestellter Schlussgang genügt am Schachenschwinget in Aarau nicht

Im Gegensatz zum Vorjahr reichte Patrick Räbmatter beim Aargauer Schachen-Schwinget ein «Gestellter» im Schlussgang nicht, um sich zum Festsieger krönen zu lassen. So erbten am Ende Stephan Studinger und Andreas Döbeli den Platz an der Sonne. «Ich hätte im Schlussgang gegen Joel Strebel, aber auch im ersten Gang gegen Stephan Studinger mehr angreifen müssen», zeigte sich Räbmatter selbstkritisch. Vor allem die fade Endausmarchung wog schwer. Das Kampfgericht diskutierte nach zehn ereignisarmen Minuten kurz über die Notengebung, schrieb aber wenig überraschend beiden Kämpfern nur 8,75 Punkte gut. Dadurch rutschte der 25-jährige auf Rang 2 ab. Wohl hatte Patrick Räbmatter im Finale einen 153:95-kg-Gewichtsvorteil. Doch der defensiv eingestellte Joel Strebel lauerte geschickt auf seine Chance. «Immer wenn ich angriff, konterte er», konstatierte «Räbi» nach dem Gang. Entsprechend erarbeitete sich der Freiämter gar zwei vorteilhafte Situationen, aus denen sich der Zofinger Leader aber dank seiner Masse problemlos befreite. In der Schlussphase riskierte Räbmatter nichts mehr. So nahm er die tiefe Note und damit den Verlust der Spitzenposition in Kauf.

Stoos statt Zofingen

Seine steigende Formkurve bewies Patrick Räbmatter im fünften Gang mit einem souveränen Plattwurf gegen den neuen Aarauer Leader Tobias Widmer. Als «Räbi» mit seinem Spezialkurz mehrmals nicht zum Ziel kam, warf er den Teufenthaler Lätz – das heisst linksherum – auf den Rücken. «Ich bestreite gerne auch kleinere Feste und komme damit in einen guten Wettkampfrhythmus », freute sich Räbmatter trotz entglittenem Tagessieg über die Leistung im Aarauer Schachen. Am nächsten Sonntag folgt der Stoos-Schwinget, dem er aufgrund seiner Reputation als «Eidgenosse» den Vorzug gegenüber dem Niklaus-Thut-Schwinget in Zofingen geben muss.

Zu schwache Klubleistung

Insgesamt traten fünf Zofinger Schwinger im Aarauer Schachen an. Mit 220 Punkten für den Amag-Cup gelang zwar die zweithöchste Punktzahl der Saison. Trotzdem befinden sich die Westaargauer mit Berücksichtigung eines Streichresultates nicht auf einem der preisberechtigten vier Punktränge. Für die restlichen drei Klubschwinget in Zofingen, Möhlin und Reinach braucht es nun jedes Mal ein Grossaufgebot der Thutstädter, um das angestrebte Geld zu kassieren. Nebst Patrick Räbmatter punktete im Schachen nur Aaron Rüegger zufriedenstellend. Der 18-jährige Rothrister erfüllte die Pflicht mit Siegen über drei Nichtkranzer, tauchte aber gegen drei stärkere Kranzer. Der Brittnauer Dominik Leu sorgte wieder einmal für Spektakel im Sägemehl, musste sich aber wie David Baumgartner (Hintermoos) benfalls mit zwei gewonnenen Gängen begnügen. Matthias Müller (Strengelbach) siegte und stellte einmal.

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Schlussgang Räbmatter gegen Strebel

Bericht und Fotos Wolfgang Rytz

Link auf die Fotogalerie von Margrit Stäheli

https://www.stamarfoto.ch/sport/schwingen/schachen-schwinget-aarau-2017/

Detailresultate unter

https://esv.ch/feste/ranglisten_aktivschwinger/?anlass=3743