Für Patrick Räbmatter zählte nur der Sieg

ZT1

Überzeugender Heimsieg für das Zofinger Aushängeschild nach kurzem Schlussgang

Schon am Vortag beim Aufbau des Festplatzes spürte Patrick Räbmatter eine besondere Motivation für den Heimauftritt. «Wir sind ein gutes Team im Schwingklub Zofingen. Deshalb war der zweite Sieg am Niklaus-Thut-Schwinget mein klares Ziel», suchte das Uerkner Schwergewicht um eine Erklärung für den schnellen Schlussgangerfolg. Kaum hatte der Kampfrichter das Finale freigegeben, lag der Freiämter Reto Leuthard auf dem Rücken. «Räbi» stellte seinen Gegner in bekannter Manier nach links auf und schränzte ihn danach mittels wuchtigem Kurzzug nach rechts platt ins Sägemehl. Damit krönte Patrick Räbmatter seine starke Tagesleistung. Nebst fünf souveränen Siegen musste er sich einzig im fünften Gang von David Schmid (Wittnau) mit einem «Gestellten» bremsen lassen. Aber auch in diesem Duell hatte der 153 kg schwere Zofinger Vorteile. Einmal bot sich die Chance, im Buur den Fricktaler zu überdrehen, doch «Räbi» agierte in dieser Situation zu überhastet. «Da muss ich mich noch verbessern, ansonsten bin ich mit meiner Leistung zufrieden.» Zwar hätte Räbmatter in der Endausmarchung ein «Gestellter» genügt. «Das war für mich kein Thema, ich schwinge lieber auf Sieg», begründete der Tagessieger sein forsches Vorgehen im letzten Gang des Tages. Der zweite Sieg am Niklaus-Thut-Schwinget nach 2014 ist Räbmatters siebter Erfolg insgesamt an einem Schwingfest. «Am nächsten Wochenende wird es wieder härter», blickte er schon wenige Minuten nach dem Triumph auf die bevorstehenden Aufgaben mit Weissenstein-Schwinget am Samstag und Berner «Kantonalem» am Sonntag. Er hoffe an diesen beiden Grossanlässen mit starker nationaler Beteiligung auf mindestens einen Kranzgewinn.

Am bisher heissesten Schwingersonntag des Jahres taten sich die weiteren zwölf Zofinger Sägemehlathleten in den fünf Ringen beim Gemeindeschulhaus schwer. Der Technische Leiter Simon Schär, potenziell die Nummer zwei im Verein, startete im Anschwingen ohne Sieg in den Wettkampf. Mit drei Erfolgen arbeitete er sich aber noch in den vordersten Ranglistenfünftel vor. Trotzdem zeigte er sich mit seiner und der gesamten Zofinger Leistung nur halbwegs zufrieden. Lange auf gutem Kurs war Aaron Rüegger. Der Rothrister Nichtkranzer konterte im dritten Gang den Langenthaler Kranzer Michael Weyermann aus. In der zweiten Hälfte fiel Rüegger aber ins Mittelfeld zurück. Dank einem abschliessenden Sieg über den Langenthaler Benjamin Rohde schloss der Aarburger Nachwuchsschwinger Jonas Schär als drittbester Zofinger ab. Im Amag-Cup schenkte das Grossaufgebot der Thutstädter zusammen mit Räbmatters Sieg ein. Mit der bisher besten Saisonpunktzahl von 229,75 festigte der Schwingklub Zofingen Rang zwei hinter Aarau. Das in Aussicht stehende Preisgeld von 1400 Franken sollte bei einem Vorsprung von 10,25 Punkten auf Fricktal beim abschliessenden Abendschwinget am 23. Juli in Hellikon nicht mehr in Gefahr sein. Angesichts der grossen Hitze zeigte sich Hans-Ulrich Schär mit dem Aufmarsch von gut 800 Zuschauern am 30. Niklaus-Thut-Schwinget zufrieden.Der Aarburger Ammann gibt die Leitung der Organisation nach zwölf Austragungen ab. Patrick Räbmatter, der einzige Zweifach-Sieger in den letzten zwölf Jahren, sorgte mit seinem Erfolg für den passenden Abschluss.

Wolfgang Rytz, Zofinger Tagblatt, 11. Juli 2016